RUHR.2010 | | Kulturhauptstadt Europas |
Mit der Kraft der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 erfindet sich das Ruhrgebiet gerade neu: Unfertig, inspirierend und überraschend. Europas neue Metropole. Im Wandel ist sie immer wieder gewesen, mit Mut zur Selbsterneuerung, als Phoenix aus der Asche immer wieder neu entstanden. Hier geschieht etwas, das in Europa einmalig ist – die Gestaltung von urbanem Lebensraum durch Kultur, die Erfindung einer Zukunft durch Kreativität, die Gründung einer Metropole im 21. Jahrhundert. Visionen sind ihr Motor. Sie mischen den Stillstand auf, wirbeln den Staub weg und haben den Himmel über der Ruhr wieder blau gemacht, auch wenn niemand daran glaubte.
Von den Bohemiens des beginnenden 21. Jahrhunderts wird die Metropole Ruhr gerade entdeckt. Wenn das Wort „Gründerzeit“ einen Sinn hat, dann kann man ihn genau hier erfahren. Der Titel „Kulturhauptstadt Europas“ ist eine kraftvolle Geste, um die 53 Städte in einen großen Organismus zu verwandeln, der wie eine offene Stadt funktioniert. Die Theater, Opern- und Konzerthäuser, die Festivals der Region, die Museen, die kreativen Unternehmen, Hochschulen und Akademien gehören neben den Informations- und Wirtschaftszentren zu den metropolitanen Kernen dieses Millionengefüges. Hier herrscht ein Grundrauschen aus Tradition, Trend und Traffic.
Die Kulturhauptstadt Europas nimmt diesen Puls auf und präsentiert den Wandel durch Kultur ganz konkret. Darin liegt ihre Kraft: In den Kulturinstitutionen, Künstlern und Kulturschaffenden, die seit Jahren die Basis dieses Wandels sind und eine der reichsten Kulturlandschaften Europas geschaffen haben. RUHR.2010 zeigt mit ungewöhnlichen Projekten den erreichten Stand und ist ein vorläufiger Höhepunkt der kulturellen Dynamik.
Wenn Metropole, dann ist die Metropole Ruhr eine unkonventionelle mit vielen Zentren, Peripherien und urbanen Attributen, voller scharfer Kontraste, Ecken und Kanten. Das typische Lebensgefühl der Bewohner und die Energie dieser Region machen sich auch im Gesamterlebnis „Kulturhauptstadt“ für den Besucher bemerkbar. Hübsch und hässlich, Eckkneipe und Sterneküche, Schrebergarten und Landschaftspark, Comedy und Konzerthaus liegen immer ganz nah beieinander.
Den Kontrasten, den Themen und den Menschen ist auch das Programm der Kulturhauptstadt gewidmet. Die Geschichten von der menschengemachten Städte- und Industrielandschaft, von den Künsten und den unterschiedlichen Kulturen, von den Zukunftsvisionen und den kreativen Industrien, das sind die Erzählstränge, die sich durch das Kulturhauptstadtjahr ziehen werden. Mit einem Programm, das für viele vieles eröffnet – Horizonte, Weiten, Entdeckungen.
Womit Gäste und Reisende dennoch zu rechnen haben: Mit einer auf den ersten Blick prosaischen, durchschnittlichen Übergangslandschaft. Von der Kulturhauptstadt Europas haben sie sich vermutlich eine andere Vorstellung gemacht „Aber sagte nicht irgendjemand, das wäre Paris hier?“ brüllte eine der Figuren in René Polleschs „Ruhrtrilogie“ im Sommer 2008 durch den Stadtpark in Mülheim an der Ruhr. Kann sein, dass das jemand gesagt hat. Aber der Pott ist nicht Paris. Er ist eine „Stadt“ im Wandel. Das ist der raue, unbestechliche Charme dieses Millionengebildes, das immer wieder nach Situationen sucht, an denen es sich bewähren kann.
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