Zukunftsprojekt Ruhr-Atoll im Nukleus der Kulturhauptstadt Europas |
Atolle, durch vulkanische Energie entstanden, haben Menschen zu allen Zeiten fasziniert. Sie liefern, erst recht in Verbindung mit neuen Technologien und Materialien, eine Inspiration für Künstler, Techniker und Wissenschaftler. Das Ruhr-Atoll setzt dies in seinem Motto „Kunst ist Energie – Energie ist Bewegung“ und der Teambildung zwischen Künstlern und Wissenschaftlern um. Unter der Leitung des Künstlers und Konzeptentwicklers Norbert Bauer begleitet es den Prozess RUHR 2010 von Beginn an. In der Konzept- und Modelphase als Referenzprojekt für die Kulturhauptstadt Europas bereits in Ausstellungen in Marl (Skulpturenmuseum), München, Berlin und Brüssel präsentiert.
Nirgendwo sonst wird im Sommer 2010 soviel der Kulturhauptstadt-Idee RUHR.2010 so unmittelbar zu erfahren sein und dabei fußläufig, mit Rad und Inline-Skates oder auf dem Wasser zu erschließen:
- das internationale Kunstprojekt Ruhr-Atoll
- der Baldeneysee mit jährlich mehr als 3 Mio. Besuchern
- die weltberühmte Kruppsche „Villa Hügel“ mit Park und Museum
- das Stauwehr im Bauhaus-Stil mit Wasserkraftwerk aus den 1920er Jahren
- das mittelalterliche Städtchen Werden mit Basilika und Folkwang-Hochschule
- alte Bergbauzeugnisse in einer erdgeschichtlich einmaligen Situation
- ein Zentrum des Segel- und Regattasports
- ein trendig-cooler „Seaside“-Beach
- eine idyllische Flusslandschaft
Sie alle liegen im Essener Süden in Sichtweite bzw. in wenigen Fußminuten erreichbar beieinander.
Das Ruhr-Atoll selbst ist in drei Dimensionen erfahrbar: Zum einen werden auf dem Baldeneysee von Mai bis Oktober 2010 fünf jeweils zwischen 180 bis 300 m2 großen Kunstinseln schwimmen. Jede greift auf ihre Weise die Themen Kunst− Wissenschaft / Energie − Ökologie auf: Kontemplativ wie das „Teehaus“, politisch wie das U-Boot, naturwissenschaftlich-multimedial wie der „Iceberg“ und ironisch-augenzwinkernd wie das „Projekt zur Erhaltung der natürlichen Ressourcen“ von Ilya Kabakov. Die einzelnen Werke der temporären Installation sind darauf angelegt, als Einzelwerke im öffentlichen bzw. öffentlich zugänglichen Raum zu verbleiben.
Die Inseln des Ruhr-Atolls bilden ein zusammenhängendes Landschaftsbild und werden sowohl vom Ufer als auch von der Staumauer im Gesamtbild zu sehen sein. Um die Objekte von der Nähe aus zu erschließen, werden die Kunstbesucher sich auf Leihbooten den Zugang zu den Inseln unter Einsatz eigener Energie erarbeiten und sich so aktiv in das Projekt einbringen.
Darüber hinaus schließt das Ruhr-Atoll als vernetztes Projekt die Beiträge von 25 internationalen Künstler- und Wissenschaftler-Teams mit ein, die im Entwicklungs- und Ideenfindungsprozess beteiligt waren. Die daraus entstandenen Arbeiten und Dokumente werden im Sommer 2010 in einer großen begleitenden Ausstellung in der Ruhr-Atollhalle an der ‚Kulturmeile Ruhrtalstraße’ präsentiert.
Durch den konzeptionellen Ansatz im öffentlichen Raum werden auch Menschen in die Diskussion einbezogen, denen der Zugang zur zeitgenössischen Kunst, aber auch zum Energie-Nachhaltigkeitsdiskurs eher verschlossen bliebe.
Die fünf Themen-Inseln und die Künstler:
„Projekt zur Erhaltung der natürlichen Ressourcen“
Ilya und Emilia Kabakov
„Frosch und Teemeister – ein Dialog“
Kazuo Katase / Michael Wilkens (Architekt)
„Iceberg Palaoa“
Andreas Kaiser / Lars Kindermann (Physiker)
„Ich kann, weil ich will, was ich muss“ (U-Boot)
Andreas M. Kaufmann / Hans U. Reck (Medienwissenschaftler)
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C. U. Frank